Golf und das Prinzip KISS

Golf ist eine der kompliziertesten Sportarten, die es gibt. Das liegt einerseits an den komplexen Bewegungsabläufen, als auch am Umstand das es sich um eine der wenigen Ballsportarten handelt, wo sich der zu spielende Ball in Ruhe befindet. Eine vordergründig erleichternd scheinende Eigenschaft, die aber bei genauerer Betrachtung, und vor allem in der praktischen Anwendung, die Angelegenheit hochgradig verkompliziert. Warum? Nun, einfach ausgedrückt: Der ruhende Ball eröffnet ein Zeitpotenzial, welches die Abarbeitung von Schwunggedanken zulässt. (Anm.: Diese Möglichkeit gibt es zB. beim Tennis nicht.) Golf bietet diese Möglichkeit sehr wohl und dies ist sicher auch ein Grund für diverse Schwierigkeiten.


Das KISS-Prinzip (englisch Keep it simple stupid) fordert, zu einem Problem eine möglichst einfache Lösung anzustreben.[1]

In seiner Grundaussage ähnelt das KISS-Prinzip stark der Aussage von Ockhams Rasiermesser: wenn es mehrere Erklärungen für einen bestimmten Sachverhalt gibt, dann ist diejenige Erklärung zu bevorzugen, die am einfachsten ist, also mit den wenigsten Annahmen und Variablen auskommt.


Was hat dies nun mit “Keep it simple” zu tun?

Es sollten alle Schwunggedanken vermieden werden, sobald man mit der Preshot Routine begonnen hat. Man sollte sich auf zwei Dinge konzentrieren: Richtung und Ziel. Man sollte an sich selbst die Anforderung stellen, den Ball zum optisch wahrgenommenen Ziel zu befördern. Es sollte keine Konzentration auf unnötige Schulter-Kopf-Stand-Griff-Gewichtsverlagerungskonstrukte verschwendet werden. Die einzige Aufgabe besteht in der Beförderung des Balles von A nach B. Im Prinzip kann man dies auch in dem Gedanken subsumieren: “Spielen sie Golf und denken sie nicht Golf!”

Ein schwieriges Unterfangen. Man hat viel Zeit, sobald man seinen Stand eingenommen hat. Vor allem deshalb ist es aber so wichtig, dass man seine Preshot Routine automatisiert und immer einhält. Und wenn bei dieser Routine ein störender Faktor den reibungslosen Ablauf verhindert, dann brechen sie die Routine ab, und beginnen erneut damit. Dieses Verhalten kann man sich wunderbar von den Profis abschauen.


Als Golfspieler sollte man Vertrauen in seinen Körper haben. Intuitiv werden Dinge richtig gemacht, lediglich der Kopf verhindert durch eine permanente Verkomplizierung ein besseres Ergebnis.

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